Bezahlbare Pflege im Wahlkreis 11: Fragen an Stefanie Drese zur Landtagswahl 2026

THEMA 1 VON 10 · WAHLKREIS 11 – LANDKREIS ROSTOCK I

Bezahlbare Pflege: Welche Antworten hat Stefanie Drese für den Wahlkreis?

Bezahlbare Pflege gehört zu den ausdrücklich veröffentlichten politischen Schwerpunkten von Stefanie Drese für die Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026. Das macht das Thema für eine sachliche Betrachtung ihrer Kandidatur besonders relevant. Gleichzeitig ist Drese als Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport für wesentliche Bereiche der Pflegepolitik auf Landesebene zuständig.

Pflege ist dabei keine abstrakte politische Kategorie. Sie betrifft Menschen, die selbst Unterstützung benötigen, ihre Angehörigen, Pflegekräfte, ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen, Beratungsstellen und Kommunen. In Wahlkreis 11 – Landkreis Rostock I kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Region verbindet mehrere Städte und Ostseebäder mit zahlreichen kleineren Gemeinden. Deshalb ist neben den Kosten immer auch die Frage wichtig, wie gut pflegerische Angebote tatsächlich erreichbar sind.

Pflege als ausdrücklich genannter Schwerpunkt

Im aktuellen Kandidierendenprofil der SPD Mecklenburg-Vorpommern nennt Stefanie Drese „bezahlbare Pflege“ ausdrücklich als eines ihrer zentralen Themen. Damit ist klar, dass es sich nicht lediglich um eine von außen an sie herangetragene Frage handelt. Gleichzeitig bleibt offen, welche konkreten politischen Schritte sie für eine neue Wahlperiode daraus ableitet.

Ein Teil der Pflegefinanzierung wird bundesrechtlich geregelt. Die Pflegeversicherung ist eine bundesgesetzliche Sozialversicherung. Das bedeutet, dass eine Landesregierung nicht allein über Beitragssätze, bundesweite Leistungsbeträge oder alle Regeln der Pflegeversicherung entscheiden kann. Landespolitik besitzt dennoch Einfluss auf wichtige Rahmenbedingungen: etwa Pflegeplanung, Fachkräftesicherung, Ausbildung, Aufsicht, Beratungsstrukturen, Investitionen, Zusammenarbeit von Akteuren oder Modellvorhaben.

Der Pakt für Pflege in Mecklenburg-Vorpommern

Im April 2026 stellte Stefanie Drese gemeinsam mit dem Landespflegeausschuss einen Zwischenbericht zum „Pakt für Pflege“ Mecklenburg-Vorpommern vor. Ausgangspunkt des Paktes sind nach Angaben des Ministeriums mehrere strukturelle Herausforderungen: der demografische Wandel, ein steigender Pflegebedarf, Fachkräftemangel sowie wirtschaftliche und strukturelle Belastungen des Pflegesystems.

Für die Umsetzung wurden mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen zu entwickeln und die verschiedenen Akteure des Pflegesystems stärker zusammenzubringen. Die weitere politische Frage lautet deshalb, welche Empfehlungen daraus tatsächlich umgesetzt werden, welche Veränderungen messbar werden und welche davon in ländlichen Regionen spürbar sind.

Im Juni 2026 sprach sich Drese außerdem in einer Landtagsdebatte für eine umfassende Finanz- und Strukturreform der Pflegeversicherung aus. Sie verwies dabei auf steigende Pflegekosten, wachsende Eigenanteile in stationären Einrichtungen und die angespannte Finanzlage der Pflegeversicherung. Auch daran lässt sich erkennen, dass die Kostenfrage einen wesentlichen Teil ihrer aktuellen politischen Arbeit bildet.

Was bedeutet bezahlbare Pflege im Wahlkreis 11?

Wahlkreis 11 umfasst Bad Doberan, Kröpelin, Kühlungsborn, Neubukow und Satow sowie die Gemeinden der Ämter Bad Doberan-Land und Neubukow-Salzhaff. Dazu gehören beispielsweise Rerik, Am Salzhaff, Biendorf, Carinerland, Bastorf, Alt Bukow, Nienhagen, Börgerende-Rethwisch, Retschow oder Wittenbeck.

Für Menschen in einer ländlichen Gemeinde kann eine gute Pflegeversorgung andere praktische Voraussetzungen benötigen als in einer größeren Stadt. Ambulante Pflegedienste müssen längere Wege bewältigen. Angehörige sind möglicherweise stärker auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen. Beratungsangebote liegen nicht immer im selben Ort. Für stationäre Pflegeplätze kann die Entfernung zum bisherigen Wohnumfeld wichtig sein.

Deshalb besteht „bezahlbare Pflege“ nicht nur aus einer einzigen finanziellen Kennzahl. Eine bezahlbare Leistung, die aufgrund fehlender Kapazitäten oder großer Entfernungen nicht erreichbar ist, löst das praktische Problem nicht vollständig. Umgekehrt kann ein gut erreichbares Angebot für eine Familie zu einer erheblichen Belastung werden, wenn Eigenanteile dauerhaft zu hoch sind.

Pflegende Angehörige stärker in den Blick nehmen

Viele Menschen werden zu Hause von Angehörigen unterstützt oder gepflegt. Damit sind oft erhebliche organisatorische, zeitliche und emotionale Belastungen verbunden. Angehörige benötigen deshalb verständliche Informationen, erreichbare Beratung und Möglichkeiten zur Entlastung.

Für den Wahlkreis stellt sich die Frage, wie solche Strukturen flächendeckend organisiert werden können. Nicht jede Gemeinde wird über jedes Angebot verfügen können. Denkbar sind deshalb regionale Netzwerke, mobile Beratung, digitale Ergänzungen und eine bessere Zusammenarbeit vorhandener Einrichtungen. Entscheidend wäre, dass Hilfen nicht nur formal existieren, sondern von Betroffenen tatsächlich gefunden und genutzt werden können.

Ambulant, teilstationär und stationär zusammendenken

Pflegebedarf entwickelt sich sehr unterschiedlich. Manche Menschen benötigen zunächst nur punktuelle Unterstützung. Andere brauchen täglich ambulante Pflege, Tagespflege oder schließlich eine stationäre Versorgung. Politisch relevant ist deshalb, ob zwischen diesen Versorgungsformen ausreichende Übergänge bestehen.

Gerade für ältere Menschen kann der Wunsch groß sein, möglichst lange im vertrauten Wohnumfeld zu bleiben. Dafür müssen ambulante Dienste, ärztliche Versorgung, Wohnbedingungen, Nachbarschaftshilfe und Angehörigenunterstützung zusammenspielen. Eine Pflegepolitik für einen vielfältigen Wahlkreis sollte deshalb nicht ausschließlich auf Pflegeheime oder ausschließlich auf häusliche Pflege schauen.

Fachkräfte bleiben eine zentrale Voraussetzung

Keine Struktur funktioniert ohne ausreichend Beschäftigte. Der Fachkräftemangel gehört deshalb ausdrücklich zu den Herausforderungen, die im Pakt für Pflege benannt werden. Die Frage betrifft Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Personalgewinnung, berufliche Entwicklung und die Attraktivität der Pflegeberufe.

Für ländliche Regionen kommt die Mobilität hinzu. Pflegekräfte müssen ihre Arbeitsorte erreichen können, ambulante Dienste legen täglich erhebliche Strecken zurück und Einrichtungen konkurrieren um Personal. Eine langfristige Strategie sollte deshalb auch berücksichtigen, wie Wohnen, Verkehr und regionale Arbeitsbedingungen die Personalsituation beeinflussen.

Welche Verantwortung trägt das Land?

Eine faire politische Diskussion muss zwischen Landes- und Bundeszuständigkeiten unterscheiden. Stefanie Drese kann als Landesministerin keine bundesweite Pflegereform allein beschließen. Sie kann jedoch Positionen Mecklenburg-Vorpommerns in die Bundespolitik einbringen und die landespolitischen Möglichkeiten nutzen.

Genau deshalb ist eine konkrete Antwort interessant: Welche Teile ihres Ziels „bezahlbare Pflege“ sollen auf Bundesebene verändert werden? Welche Schritte kann Mecklenburg-Vorpommern selbst unternehmen? Welche Maßnahmen sollen direkt die Situation im Landkreis Rostock verbessern?

Leitfrage an Stefanie Drese

Wie wollen Sie Ihr ausdrücklich genanntes Ziel einer bezahlbaren Pflege konkret umsetzen, und welche Verbesserungen sollen Pflegebedürftige, Angehörige und Beschäftigte in Wahlkreis 11 in der kommenden Wahlperiode tatsächlich wahrnehmen können?

FAQ: Bezahlbare Pflege und Stefanie Drese

Ist bezahlbare Pflege ein offizieller Schwerpunkt von Stefanie Drese?

Ja. Das aktuelle SPD-Kandidierendenprofil zur Landtagswahl 2026 nennt bezahlbare Pflege ausdrücklich als Schwerpunkt ihrer Kandidatur.

Was ist der Pakt für Pflege?

Der Pakt für Pflege Mecklenburg-Vorpommern bringt Akteure des Pflegebereichs zusammen, um Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige pflegerische Versorgung zu entwickeln.

Welche Probleme werden beim Pakt für Pflege genannt?

Genannt werden unter anderem demografischer Wandel, steigender Pflegebedarf, Fachkräftemangel sowie wirtschaftliche und strukturelle Belastungen.

Kann Mecklenburg-Vorpommern allein über die Pflegeversicherung entscheiden?

Nein. Zentrale Regeln der sozialen Pflegeversicherung sind Bundesrecht. Das Land besitzt aber eigene Zuständigkeiten und kann außerdem über Bundesrat und politische Abstimmungen Einfluss nehmen.

Warum ist Pflege für ländliche Gemeinden besonders relevant?

In dünner besiedelten Gebieten können längere Wege, geringere Angebotsdichte und die Verfügbarkeit von Fachkräften die Versorgung zusätzlich erschweren.

Welche konkrete Frage bleibt für die Wahl 2026?

Entscheidend ist, welche Maßnahmen Stefanie Drese unter „bezahlbarer Pflege“ konkret versteht und welche davon innerhalb einer neuen Legislaturperiode überprüfbar umgesetzt werden sollen.

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