Demenz und gesundes Altern: Fragen an Stefanie Drese für Wahlkreis 11

THEMA 3 VON 10 · STEFANIE DRESE · WAHLKREIS 11

Demenz, gesundes Altern und Unterstützung für Angehörige

Mecklenburg-Vorpommern hat im August 2026 erstmals einen Landes-Demenzplan vorgelegt. Sozialministerin Stefanie Drese stellte das Konzept am 11. August gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, vor. Damit besitzt dieses Thema wenige Wochen vor der Landtagswahl einen besonders aktuellen Bezug.

Nach Angaben des Sozialministeriums leben bereits mehr als 40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit einer demenziellen Erkrankung. Aufgrund des demografischen Wandels wird mit einer weiteren Zunahme gerechnet. Der Demenzplan bündelt zehn Handlungsfelder, die Unterstützung, Versorgung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren nahestehenden Personen verbessern sollen.

Demenz betrifft ganze Familien

Eine demenzielle Erkrankung verändert nicht nur den Alltag der betroffenen Person. Angehörige übernehmen häufig Organisation, Betreuung und Pflege. Sie koordinieren Arzttermine, kümmern sich um Anträge, begleiten durch den Alltag und müssen gleichzeitig mit einer emotional belastenden Veränderung umgehen.

Deshalb ist es sinnvoll, Demenzpolitik nicht ausschließlich als medizinische Aufgabe zu verstehen. Sie betrifft ebenso Pflege, Beratung, Wohnen, Teilhabe, Begegnung und Unterstützung für Angehörige. Für Betroffene kann entscheidend sein, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld bleiben zu können.

Was bedeutet ein Landes-Demenzplan für den Wahlkreis?

Ein Landesplan setzt einen strategischen Rahmen. Ob dieser Rahmen im Alltag Wirkung entfaltet, entscheidet sich jedoch vor Ort. Wahlkreis 11 umfasst sowohl größere Orte wie Bad Doberan und Kühlungsborn als auch zahlreiche kleinere Gemeinden. Dazu gehören beispielsweise Hohenfelde, Retschow, Steffenshagen, Biendorf, Carinerland, Alt Bukow oder Am Salzhaff.

In solchen Regionen stellt sich die Frage, wie Beratungs- und Entlastungsangebote organisiert werden, wenn nicht jede Leistung in jeder Gemeinde vorhanden sein kann. Ein wohnortnahes System kann deshalb aus regionalen Zentren, mobilen Angeboten, vernetzten Diensten und digitalen Informationsmöglichkeiten bestehen.

Entscheidend ist, dass Angehörige wissen, an wen sie sich wenden können. Gerade nach einer Diagnose entsteht häufig ein erheblicher Informationsbedarf: Welche Leistungen gibt es? Welche finanziellen Ansprüche bestehen? Welche Möglichkeiten zur Betreuung oder Tagespflege sind verfügbar? Wo findet man Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung?

Gesundes Altern beginnt früher

Das Thema dieser Seite umfasst bewusst nicht nur Demenz, sondern auch gesundes Altern. Die Gesundheitskommission Mecklenburg-Vorpommern nennt ein möglichst selbstbestimmtes und gesundes Älterwerden als eines ihrer zentralen Arbeitsfelder. Damit verbindet sich ein präventiver Ansatz.

Gesundes Altern kann viele Aspekte umfassen: Bewegung, medizinische Vorsorge, soziale Kontakte, geeigneten Wohnraum, Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe. Nicht jede Erkrankung lässt sich verhindern. Dennoch kann die Gestaltung des Lebensumfeldes Einfluss darauf haben, wie lange Menschen selbstständig leben und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Begegnungsorte als Teil sozialer Teilhabe

Ein aktuelles Beispiel aus Wahlkreis 11 ist der Seniorentreff Kühlungsborn. Am 10. August 2026 erhielt die Einrichtung den ersten Zuwendungsbescheid aus dem neuen Förderprogramm „Dritte Orte“. Mit 2.000 Euro sollen zusätzliche Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden. Nach Angaben des Ministeriums sollen unter anderem Pavillons und eine Musikanlage neue gemeinschaftliche Angebote ermöglichen.

Das Programm richtet sich nicht speziell nur an Menschen mit Demenz. Das Beispiel zeigt jedoch einen wichtigen Zusammenhang: Einsamkeit und Isolation können insbesondere im Alter zu einer Belastung werden. Begegnungsorte schaffen Möglichkeiten für soziale Kontakte und niedrigschwellige Aktivitäten.

Solche Angebote ersetzen keine professionelle medizinische oder pflegerische Versorgung. Sie können aber einen Baustein einer altersfreundlichen Gemeinde darstellen. Für die weitere politische Debatte ist deshalb interessant, wie Pflege, Beratung, Gesundheitsförderung und soziale Begegnung besser miteinander verbunden werden können.

Unterstützung muss auch Angehörige erreichen

Pflegende Angehörige tragen einen wesentlichen Teil der Versorgung. Wer über Monate oder Jahre einen Menschen mit Demenz begleitet, benötigt unter Umständen selbst Unterstützung. Dazu können Beratung, Gesprächsangebote, Kurzzeitpflege, Tagespflege oder andere Entlastungsmöglichkeiten gehören.

Für Wahlkreis 11 stellt sich die Frage nach der regionalen Verteilung solcher Angebote. Angehörige in einem kleineren Ort sollten Informationen und Beratung erhalten können, ohne komplizierte Wege durch unterschiedliche Zuständigkeiten gehen zu müssen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, Angebote bekannt zu machen. Selbst ein vorhandener Dienst hilft wenig, wenn Betroffene nicht wissen, dass er existiert. Ein gutes System benötigt deshalb sowohl ausreichend Leistungen als auch transparente Information.

Demenzfreundliche Gemeinden

Gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz betrifft außerdem den öffentlichen Raum. Geschäfte, Verwaltung, Vereine, Nachbarschaften oder Kulturangebote können dazu beitragen, dass Betroffene länger am alltäglichen Leben teilnehmen.

Dafür ist nicht zwangsläufig überall eine vollkommen neue Infrastruktur erforderlich. Auch Schulungen, verständliche Kommunikation und ein größeres Wissen über Demenz können Barrieren reduzieren. Der Landes-Demenzplan schafft hierfür einen landesweiten Rahmen; entscheidend bleibt, welche Maßnahmen daraus konkret entstehen.

Was sollte bis zur nächsten Wahlperiode geklärt werden?

Stefanie Drese hat als Sozialministerin den ersten Landes-Demenzplan mit vorgestellt. Für die Landtagswahl 2026 ist deshalb besonders interessant, wie sie dessen Umsetzung über die Veröffentlichung hinaus sichern will.

Welche Handlungsfelder besitzen Priorität? Wie werden Kommunen und lokale Akteure beteiligt? Welche Unterstützung erhalten Angehörige? Wie lassen sich Beratung, Pflege und Begegnung auch im ländlichen Raum verlässlich organisieren? Und anhand welcher Kriterien soll geprüft werden, ob der Demenzplan tatsächlich Verbesserungen bringt?

Das sind keine nebensächlichen Detailfragen. Sie entscheiden darüber, ob ein landesweites Konzept im Alltag von Familien ankommt.

Leitfrage an Stefanie Drese

Wie wollen Sie sicherstellen, dass der neue Landes-Demenzplan und Maßnahmen für ein gesundes und selbstbestimmtes Altern auch in den kleineren Städten und Gemeinden von Wahlkreis 11 bei Betroffenen und Angehörigen konkret ankommen?

FAQ: Demenz und gesundes Altern

Gibt es in Mecklenburg-Vorpommern einen Landes-Demenzplan?

Ja. Der erste Landes-Demenzplan wurde am 11. August 2026 vorgestellt.

Wie viele Menschen mit Demenz gibt es in Mecklenburg-Vorpommern?

Das Sozialministerium nennt mehr als 40.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung.

Was beinhaltet der Demenzplan?

Er bündelt zehn Handlungsfelder zur Verbesserung von Unterstützung, Versorgung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Warum sind Angehörige so wichtig?

Viele Menschen mit Demenz werden im Alltag intensiv von Familienmitgliedern begleitet und gepflegt. Angehörige benötigen deshalb selbst Beratung und Entlastung.

Was hat der Seniorentreff Kühlungsborn mit dem Thema zu tun?

Er ist ein aktuelles regionales Beispiel für die Förderung von Begegnungsorten gegen Einsamkeit und Isolation. Das Projekt ist jedoch kein spezielles Demenzangebot.

Ist Demenz ein ausdrücklich genannter persönlicher Wahlkampfschwerpunkt von Stefanie Drese?

Der Demenzplan gehört zu ihrer aktuellen Ministerarbeit. Im veröffentlichten Kandidierendenprofil werden als persönliche Schwerpunkte Pflege, Gesundheitsversorgung sowie Sport und Ehrenamt genannt.

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