Familien und frühe Hilfen in Wahlkreis 11: Fragen an Stefanie Drese

THEMA 4 VON 10 · STEFANIE DRESE · WAHLKREIS 11

Familien, Kinder und frühe Hilfen: Unterstützung möglichst nah am Alltag

Familien benötigen sehr unterschiedliche Formen von Unterstützung. Manche Eltern suchen lediglich eine kurze Beratung zu einer Erziehungsfrage. Andere Familien benötigen über längere Zeit fachliche Begleitung. Finanzielle Sorgen, gesundheitliche Belastungen, Konflikte oder Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf können zusätzlichen Unterstützungsbedarf auslösen.

Für Wahlkreis 11 besitzt dieses Thema einen konkreten aktuellen Bezug: In Neubukow befindet sich eines der Kinder- und Familienzentren des Landesmodellprojektes Mecklenburg-Vorpommern. Im März 2026 wurde dort das einjährige Bestehen der Kinder- und Familienzentren begleitet.

Das Kinder- und Familienzentrum „Gipfelstürmer“ in Neubukow

Am 6. März 2026 zog Sozialministerin Stefanie Drese im Kinder- und Familienzentrum „Gipfelstürmer“ in Neubukow eine erste Zwischenbilanz zum Modellprojekt. Die Idee der Kinder- und Familienzentren besteht darin, Familien Informationen, Beratung und Hilfen möglichst niedrigschwellig zugänglich zu machen.

Nach Angaben des Ministeriums sollen sozialpädagogische Fachkräfte Familien unterstützen und vorhandene Angebote stärker mit örtlichen Beratungsstellen, sozialen Einrichtungen und Schulsozialarbeit vernetzen. Ein wichtiger Gedanke ist, Hemmschwellen zu senken. Für eine Familie kann es einfacher sein, Hilfe an einem bereits bekannten Ort anzunehmen, als zunächst eine unbekannte Beratungsstelle in einer anderen Stadt aufzusuchen.

Das Neubukower Beispiel ist damit unmittelbar regional. Gleichzeitig wirft es die Frage auf, welche Erfahrungen aus einem Modellprojekt dauerhaft übernommen und auf andere Orte übertragen werden können.

Wahlkreis 11 besteht nicht nur aus größeren Orten

Der Wahlkreis reicht von Bad Doberan und Kühlungsborn über Kröpelin, Neubukow und Satow bis zu zahlreichen kleineren Gemeinden. Familien leben beispielsweise auch in Retschow, Hohenfelde, Wittenbeck, Biendorf, Bastorf, Am Salzhaff oder Carinerland.

Nicht jede Gemeinde wird ein eigenes umfassendes Familienzentrum unterhalten können. Deshalb ist die entscheidende Frage, wie ein Netzwerk gestaltet wird, das auch Familien außerhalb eines Modellstandortes erreicht. Denkbar sind Kooperationen zwischen Kitas, Schulen, Beratungsstellen, Jugendhilfe, Gemeinden und freien Trägern.

Frühe Hilfe kann spätere Probleme vermeiden helfen

Präventive Familienpolitik versucht, Unterstützung möglichst früh anzubieten. Das bedeutet nicht, dass jede Familie professionelle Hilfe benötigt. Vielmehr soll Unterstützung dort leicht erreichbar sein, wo tatsächlich Bedarf entsteht.

Frühe Hilfen richten sich insbesondere an werdende Eltern und Familien mit kleinen Kindern. Beratung kann helfen, Unsicherheiten zu klären und Belastungen früh zu erkennen. Ein niedrigschwelliger Zugang ist dabei besonders wichtig, weil komplizierte Antragswege oder weite Entfernungen Menschen davon abhalten können, Unterstützung zu nutzen.

Familienpolitik ist mehr als Kinderbetreuung

Kindertagesbetreuung ist ein wichtiger Bestandteil, aber Familienpolitik umfasst weitere Bereiche. Dazu gehören Beratungsangebote, gesundheitliche Prävention, Unterstützung bei Krisen, Teilhabe, Jugendarbeit und die Zusammenarbeit mit Schulen.

Für Eltern zählt vor allem, dass Zuständigkeiten verständlich sind. Wenn eine Familie verschiedene Stellen kontaktieren muss, besteht die Gefahr, zwischen unterschiedlichen Systemen zu pendeln. Vernetzte Angebote können hier helfen, Übergänge einfacher zu gestalten.

Was kann das Land leisten?

Die konkrete Familien- und Jugendhilfe ist auf mehrere Ebenen verteilt. Kommunen und Landkreise besitzen wichtige Aufgaben, freie Träger übernehmen zahlreiche Leistungen und das Land setzt rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Deshalb benötigt gute Familienpolitik Zusammenarbeit.

Ein Modellprojekt wie das KiFaZ kann neue Arbeitsweisen erproben. Politisch relevant wird es anschließend bei der Frage, welche Ergebnisse vorliegen, welche Elemente dauerhaft finanziert werden können und wie ein erfolgreicher Ansatz in die Regelstrukturen übertragen wird.

Chancengleichheit beginnt mit erreichbaren Angeboten

Das Ministerium verbindet die Kinder- und Familienzentren mit dem Ziel von mehr Chancengleichheit und Teilhabe. Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Kinder sollen möglichst gute Entwicklungsmöglichkeiten haben, unabhängig davon, ob ihre Eltern bereits gut über Hilfesysteme informiert sind.

Ein niedrigschwelliger Zugang kann besonders wichtig sein, wenn Familien noch keine Erfahrungen mit Beratung haben. Eine vertraute Einrichtung kann dabei eine Brücke bilden.

Gleichzeitig sollte ein solches Angebot nicht stigmatisierend wirken. Familienberatung ist keine Aussage darüber, dass Eltern „versagt“ hätten. Unterstützung kann vielmehr ein normales Element moderner Familienpolitik sein.

Vom Modell zur dauerhaften Struktur?

Für die Landtagswahl 2026 ist deshalb eine konkrete politische Frage sinnvoll: Was geschieht nach der Modellphase? Welche Ergebnisse werden ausgewertet? Welche Kriterien entscheiden darüber, ob Kinder- und Familienzentren fortgeführt oder ausgeweitet werden?

Für Wahlkreis 11 wäre zudem wichtig zu wissen, wie Familien in Orten ohne eigenes Zentrum erreicht werden. Dabei könnten auch mobile oder aufsuchende Angebote eine Rolle spielen. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von tatsächlichen Bedarfen, vorhandenen Einrichtungen und verfügbaren Fachkräften ab.

Familienfreundlichkeit betrifft den gesamten Lebensraum

Familien entscheiden ihre Lebensqualität nicht allein anhand sozialpolitischer Angebote. Wohnraum, Mobilität, Schule, Freizeit, medizinische Versorgung und Vereinsangebote spielen ebenfalls eine Rolle. Deshalb sollte Familienpolitik mit kommunaler Entwicklung zusammengedacht werden.

Ein ländlicher Ort kann für Familien besonders attraktiv sein, wenn gute Gemeinschaft, Natur und bezahlbares Wohnen mit erreichbaren Dienstleistungen verbunden werden. Werden dagegen Wege zu Schule, Arzt oder Beratung zu schwierig, können diese Vorteile relativiert werden.

Leitfrage an Stefanie Drese

Welche Erfahrungen aus dem Kinder- und Familienzentrum in Neubukow sollen dauerhaft genutzt werden, und wie kann niedrigschwellige Familienberatung auch Eltern und Kinder in den übrigen Städten und Gemeinden von Wahlkreis 11 erreichen?

FAQ: Familien und frühe Hilfen

Gibt es in Neubukow ein Kinder- und Familienzentrum?

Ja. Das KiFaZ „Gipfelstürmer“ gehört zum Modellprojekt der Kinder- und Familienzentren Mecklenburg-Vorpommerns.

Was ist das Ziel der Kinder- und Familienzentren?

Informationen und Hilfen sollen niedrigschwelliger zugänglich und stärker mit bestehenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen vernetzt werden.

Ist Familienpolitik ein offiziell genannter persönlicher Wahlschwerpunkt von Stefanie Drese?

Im aktuellen Kandidierendenprofil werden Pflege, Gesundheitsversorgung sowie Sport und Ehrenamt genannt. Familienpolitik gehört aber zu ihrem aktuellen ministeriellen Verantwortungsbereich.

Warum wird Neubukow besonders erwähnt?

Weil dort 2026 ein konkret dokumentiertes Modellprojekt im Wahlkreis besteht.

Muss jede Gemeinde ein eigenes Familienzentrum haben?

Das ist keine zwingende Voraussetzung. Entscheidend ist, dass Beratung und Unterstützung tatsächlich erreichbar sind.

Was ist die politische Kernfrage?

Ob erfolgreiche Modellansätze dauerhaft finanziert, weiterentwickelt und gegebenenfalls auf zusätzliche Regionen übertragen werden.

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