Jugendgesundheit und Suchtprävention in Kühlungsborn: Fragen an Stefanie Drese

THEMA 5 VON 10 · WAHLKREIS 11 – LANDKREIS ROSTOCK I

Jugendgesundheit, Medienkompetenz und Suchtprävention

Digitale Medien gehören selbstverständlich zur Lebenswelt junger Menschen. Smartphones, soziale Netzwerke, Streaming und digitale Spiele bieten Unterhaltung, soziale Kontakte, Information und kreative Möglichkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Fragen zu Suchtverhalten, psychischer Belastung, Datenschutz, Glücksspielmechanismen und einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Angeboten.

In Wahlkreis 11 gab es dazu 2026 ein konkretes Projekt: Am Schulzentrum Kühlungsborn startete am 30. Juni unter der Schirmherrschaft von Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese das „SMART CAMP – Create & play responsibly“. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn beschäftigten sich zwei Tage lang mit Gaming, Glücksspiel, Suchtprävention, Datenschutz und digitalen Risiken.

Warum Gaming und Glücksspiel zusammen betrachtet werden

Digitale Spiele unterscheiden sich deutlich voneinander. Die überwiegende Nutzung ist nicht automatisch problematisch. Bestimmte Spiele enthalten jedoch Mechanismen, bei denen Spieler mit Zufallselementen, kostenpflichtigen Zusatzangeboten oder sogenannten Lootboxen konfrontiert werden.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat dieses Thema auch politisch aufgegriffen. Nach Angaben des Sozialministeriums wurde eine Bundesratsinitiative zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor glücksspielähnlichen Mechanismen in Videospielen gestartet.

Beim SMART CAMP ging es deshalb nicht darum, digitale Spiele grundsätzlich negativ zu bewerten. Jugendliche sollten vielmehr verstehen, wie bestimmte Mechanismen funktionieren, welche Risiken bestehen und wie sie selbstbestimmt mit digitalen Angeboten umgehen können.

Prävention sollte Wissen vermitteln

Gute Prävention arbeitet nicht allein mit Verboten. Sie vermittelt Wissen, stärkt Entscheidungskompetenz und zeigt, wo Unterstützung gefunden werden kann. Gerade Jugendliche reagieren häufig besser auf Angebote, die ihre tatsächliche Lebenswelt ernst nehmen.

Beim SMART CAMP wurden deshalb Themen wie Stress, mögliche Suchtentwicklung, Datenschutz und unseriöse Anbieter behandelt. Zusätzlich erstellten Jugendliche gemeinsam mit Fachleuten eigene Medienbeiträge. Dieser Ansatz verbindet Aufklärung mit aktiver Medienarbeit.

Ein Projekt in Kühlungsborn – aber eine Frage für den gesamten Wahlkreis

Kühlungsborn ist ein konkreter Veranstaltungsort. Wahlkreis 11 umfasst jedoch viele weitere Gemeinden. Jugendliche leben ebenfalls in Bad Doberan, Kröpelin, Neubukow, Satow, Rerik, Am Salzhaff, Biendorf, Retschow, Nienhagen oder Admannshagen-Bargeshagen.

Deshalb stellt sich die Frage, wie Präventionsangebote über einzelne Projekte hinaus flächendeckend organisiert werden können. Nicht jede Schule kann regelmäßig dasselbe Veranstaltungsformat durchführen. Umso wichtiger können dauerhaft verfügbare Unterrichtsmaterialien, geschulte Fachkräfte, Beratungsstellen und regionale Kooperationen sein.

Jugendgesundheit umfasst mehr als digitale Medien

Digitale Risiken sind nur ein Teil der Jugendgesundheit. Ernährung, Bewegung, Alkohol, Nikotin, illegale Substanzen, psychische Gesundheit und soziale Belastungen gehören ebenfalls dazu.

Im Juli 2026 warb Stefanie Drese im Landtag für stärkere Prävention und Gesundheitsförderung im Zusammenhang mit Zuckerkonsum und ernährungsbedingten Erkrankungen. Auch dies zeigt einen breiteren präventiven Ansatz ihrer aktuellen Ministerarbeit.

Für Jugendliche ist dabei wichtig, dass Gesundheitsbotschaften verständlich bleiben und nicht lediglich moralisch formuliert werden. Prävention sollte Kompetenzen stärken und realistische Wege zeigen, Risiken zu reduzieren.

Psychische Gesundheit ernst nehmen

Jugendliche können durch schulischen Druck, familiäre Probleme, Konflikte, soziale Medien oder Zukunftssorgen belastet werden. Nicht jede Belastung ist eine psychische Erkrankung. Dennoch muss Unterstützung erreichbar sein, wenn junge Menschen sie benötigen.

Die politische Herausforderung besteht darin, Prävention, Beratung und medizinische Versorgung sinnvoll zu verbinden. Schulen und Jugendeinrichtungen können Probleme wahrnehmen, ersetzen aber keine therapeutische Behandlung. Gleichzeitig kann professionelle Hilfe nur wirken, wenn sie rechtzeitig erreicht wird.

Eltern und Schulen brauchen Orientierung

Medienerziehung betrifft nicht nur Jugendliche selbst. Eltern stehen häufig vor der Frage, welche Regeln sinnvoll sind, wie viel Bildschirmzeit angemessen ist und woran problematische Nutzung erkannt werden kann. Schulen müssen digitale Kompetenz vermitteln und zugleich mit konkreten Problemen umgehen.

Präventionsangebote sollten deshalb möglichst mehrere Zielgruppen ansprechen. Informationsangebote für Eltern, Fortbildungen für Fachkräfte und direkte Workshops für Jugendliche können sich ergänzen.

Stadt und Land gleichwertig erreichen

Ein zentrales regionales Thema bleibt die Erreichbarkeit. Wenn Beratungsangebote nur in größeren Städten bestehen, können Jugendliche aus kleineren Gemeinden zusätzliche Hürden erleben. Digitale Beratung kann eine Ergänzung sein, sollte jedoch persönliche Angebote nicht vollständig ersetzen.

Auch mobile Beratung oder Kooperationen mit Schulen könnten helfen. Welche Lösung am besten funktioniert, sollte anhand tatsächlicher Bedarfe bewertet werden.

Vom Aktionstag zur dauerhaften Strategie

Das SMART CAMP ist ein anschauliches Beispiel für aktuelle Präventionsarbeit. Eine langfristige politische Strategie muss jedoch beantworten, was nach dem Projekt bleibt. Werden Materialien weiter genutzt? Werden Erfahrungen ausgewertet? Können andere Schulen profitieren? Welche Strukturen bestehen unabhängig von einzelnen Veranstaltungen?

Diese Fragen sind besonders wichtig, weil Prävention langfristig wirkt. Ein einmaliger Impuls kann Aufmerksamkeit schaffen. Dauerhafte Gesundheitskompetenz benötigt wiederkehrende Angebote und Ansprechpartner.

Leitfrage an Stefanie Drese

Wie sollen wirksame Angebote zu Medienkompetenz, Suchtprävention und psychischer Gesundheit dauerhaft auch Jugendliche außerhalb größerer Schulstandorte in Wahlkreis 11 erreichen?

FAQ: Jugendgesundheit und Prävention

Was war das SMART CAMP in Kühlungsborn?

Ein zweitägiges Bildungsprojekt zu Gaming, glücksspielähnlichen Mechanismen, Medienkompetenz und Suchtprävention für mehr als 100 Schülerinnen und Schüler.

Wann fand das Projekt statt?

Es startete am 30. Juni 2026 am Schulzentrum Kühlungsborn.

War Stefanie Drese beteiligt?

Sie war Schirmherrin des Projekts und unterstützte die Bildungsaktion politisch.

Sind digitale Spiele grundsätzlich ein Gesundheitsproblem?

Nein. Der präventive Ansatz richtet sich insbesondere auf problematische Nutzung und risikoreiche oder glücksspielähnliche Mechanismen.

Warum ist Prävention eine Landesaufgabe?

Gesundheitsförderung, Suchthilfe und Jugendpolitik werden von verschiedenen Ebenen getragen. Das Land kann Programme unterstützen und landesweite Strategien entwickeln.

Ist Jugendgesundheit ein persönlicher Wahlschwerpunkt von Stefanie Drese?

Nicht als eigenständiger Punkt im aktuellen Kandidierendenprofil. Das Thema ergibt sich aus ihrer ministeriellen Zuständigkeit und aus konkreter aktueller Arbeit im Wahlkreis.

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