Küste und ländlicher Raum in Wahlkreis 11: Zukunftsfragen an Stefanie Drese
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THEMA 10 VON 10 · WAHLKREIS 11 – LANDKREIS ROSTOCK I
Zukunftsfähige Küsten- und Landgemeinden: Tourismus, Mobilität und Lebensqualität
Wahlkreis 11 verbindet Küste und ländlichen Raum auf engem Gebiet. Kühlungsborn, Rerik, Börgerende-Rethwisch und Nienhagen sind stark durch die Ostsee und den Tourismus geprägt. Bad Doberan besitzt ebenfalls eine besondere touristische und historische Bedeutung. Gleichzeitig gehören mit Satow, Carinerland, Biendorf, Retschow, Hohenfelde oder Alt Bukow zahlreiche ländlich geprägte Gemeinden zum Wahlkreis.
Diese Vielfalt ist eine Stärke der Region, führt aber auch zu unterschiedlichen politischen Anforderungen. Die zentrale Frage lautet deshalb, wie wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, Mobilität, soziale Infrastruktur und Lebensqualität miteinander verbunden werden können.
Kühlungsborn entwickelt sein Tourismuskonzept weiter
Die Stadt Ostseebad Kühlungsborn arbeitet 2026 an einer Fortschreibung ihres Tourismuskonzeptes. Nach Angaben der Stadt fanden zunächst Analyse- und Beteiligungsphasen sowie Einwohner- und Gästebefragungen statt. Am 13. Mai wurde ein Strategieworkshop durchgeführt.
Es folgten weitere Fach- und Beteiligungsformate. Im Juli teilte die Stadt mit, dass sich das Konzept in der finalen Erarbeitungsphase befinde. Die öffentliche Vorstellung ist derzeit für Mitte September 2026 geplant.
Die Stadt beschreibt als Ziel, fachliche Erkenntnisse und Hinweise aus Politik, Tourismuswirtschaft, Verwaltung und Einwohnerschaft zusammenzuführen. Bereits die Einwohnerbefragung stellte ausdrücklich den Zusammenhang zwischen wirtschaftlich tragfähigem Tourismus und Lebensqualität der Einwohnerinnen und Einwohner her.
Tourismus schafft Chancen und Belastungen
Tourismus kann Arbeitsplätze, Gastronomie, Einzelhandel und Freizeitangebote stärken. Er kann dazu beitragen, Infrastruktur zu finanzieren, die auch Einwohner nutzen. Gleichzeitig entstehen insbesondere in stark besuchten Orten saisonale Belastungen.
Die Stadt Kühlungsborn nennt in ihrem Beteiligungsprozess unter anderem Verkehr, Wohnraumpreise und saisonale Belastungen als Aspekte, zu denen Einschätzungen aus der Bevölkerung eingeholt wurden.
Eine zukunftsfähige Tourismusstrategie muss deshalb beide Perspektiven berücksichtigen: die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor und die Anforderungen der Menschen, die ganzjährig im Ort leben.
Lebensqualität lässt sich nicht auf Tourismus reduzieren
Für Einwohnerinnen und Einwohner zählen Schulen, Kitas, medizinische Versorgung, Pflege, Einkaufsmöglichkeiten, Vereine, Wohnraum und Mobilität. Ein erfolgreicher Tourismusort muss daher zugleich ein funktionierender Wohnort sein.
Gerade dort, wo saisonal viele Gäste hinzukommen, können unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Öffentliche Räume, Verkehr und Infrastruktur müssen sowohl den Alltag der Bevölkerung als auch die Bedürfnisse von Gästen bewältigen.
Ländliche Gemeinden haben andere Ausgangslagen
In kleineren Gemeinden sind die Herausforderungen häufig anders. Dort spielen größere Entfernungen, eine geringere Angebotsdichte und die Sicherung lokaler Treffpunkte eine besondere Rolle.
Ein Dorf benötigt nicht dieselbe Infrastruktur wie ein großes Ostseebad. Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten deshalb nicht, überall identische Angebote aufzubauen. Sie bedeuten vielmehr, dass grundlegende Dienstleistungen und gesellschaftliche Teilhabe trotz unterschiedlicher Strukturen erreichbar bleiben.
Mobilität verbindet die Teilräume
Mobilität ist eine zentrale Verbindung zwischen Küste, Städten und ländlichen Gemeinden. Menschen pendeln zur Arbeit, zur Schule, zum Arzt, zum Einkauf oder zu Freizeitangeboten.
Wer kein eigenes Fahrzeug nutzt, ist auf öffentliche oder alternative Verkehrsangebote angewiesen. Für ältere Menschen und Jugendliche kann diese Frage besonders wichtig sein.
Tourismus erzeugt zugleich zusätzliche Verkehrsströme. Deshalb ist Mobilität nicht nur eine sozialpolitische, sondern auch eine wirtschaftliche und kommunale Frage.
Wohnraum und regionale Entwicklung
Attraktive Küstenorte stehen häufig vor besonderen Herausforderungen beim Wohnen. Dauerhaftes Wohnen, Ferienwohnungen und touristische Nutzung können um begrenzte Flächen konkurrieren. Die konkrete Regulierung liegt teilweise bei Kommunen und im Bauplanungsrecht.
Für eine Landtagskandidatin ist dennoch relevant, welche landespolitischen Rahmenbedingungen sie für sinnvoll hält. Dazu können Wohnraumförderung, Stadtentwicklung oder Unterstützung kommunaler Planungen gehören.
Auch ländliche Gemeinden benötigen attraktiven Wohnraum, wenn junge Familien bleiben oder neu hinzuziehen sollen. Wohnungs- und Regionalentwicklung sollten deshalb nicht ausschließlich aus Sicht größerer Städte betrachtet werden.
Natur und wirtschaftliche Entwicklung
Die Ostseeküste und die Landschaft sind selbst ein wichtiger Teil der Attraktivität der Region. Nachhaltige Entwicklung muss deshalb wirtschaftliche Nutzung und Schutz natürlicher Grundlagen miteinander verbinden.
Das gilt besonders für Tourismus. Hohe Umwelt- und Qualitätsstandards können langfristig auch wirtschaftlich relevant sein. Kühlungsborn wurde im Juli 2026 erneut als Seebad anerkannt. Die Stadt verweist dabei auf Badewasserqualität, touristische Infrastruktur sowie Gesundheits-, Freizeit- und Erholungsangebote.
Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen
Viele Herausforderungen enden nicht an einer Gemeindegrenze. Verkehr, Tourismus, medizinische Versorgung, Arbeitsmarkt oder Freizeitangebote wirken regional.
Deshalb kann Kooperation zwischen Gemeinden, Landkreis und Land sinnvoll sein. Einzelne Orte behalten ihre eigene Identität, können aber bei Infrastruktur oder regionalen Strategien zusammenarbeiten.
Wahlkreis 11 bildet dafür zwar keine eigenständige Verwaltungseinheit, verbindet aber politisch genau diese unterschiedlichen Teilräume.
Welche Rolle hat Stefanie Drese bei diesem Thema?
Tourismus und Verkehr gehören nicht zu den unmittelbar von Stefanie Drese geleiteten Ministeriumsbereichen. Auch werden sie nicht als persönliche Schwerpunkte ihres aktuellen Kandidierendenprofils genannt.
Das Thema wird deshalb bewusst als Frage an eine Direktkandidatin gestellt. Wer einen Wahlkreis im Landtag vertreten möchte, befasst sich zwangsläufig auch mit Themen außerhalb des eigenen Ministerressorts.
Interessant ist somit, welche regionalen Prioritäten sie sieht, mit welchen Ministerien und Kommunen sie zusammenarbeiten möchte und wie sie die unterschiedlichen Interessen von Küstenorten, Kleinstädten und Landgemeinden bewertet.
Leitfrage an Stefanie Drese
Welche langfristige Strategie unterstützen Sie für Wahlkreis 11, damit touristisch geprägte Küstenorte, Kleinstädte und ländliche Gemeinden gemeinsam profitieren und gleichzeitig gute Lebensbedingungen für die dauerhaft dort lebenden Menschen gesichert werden?
FAQ: Küste, Tourismus und ländlicher Raum
Welche Küstenorte gehören zu Wahlkreis 11?
Unter anderem Kühlungsborn, Rerik, Nienhagen und Börgerende-Rethwisch.
Wird das Tourismuskonzept Kühlungsborn 2026 aktualisiert?
Ja. Die Fortschreibung befindet sich nach Angaben der Stadt in der finalen Erarbeitungsphase.
Wann soll das neue Konzept vorgestellt werden?
Die öffentliche Vorstellung ist derzeit für Mitte September 2026 vorgesehen.
Welche Themen werden beim Tourismus diskutiert?
Die Stadt verbindet wirtschaftliche Entwicklung mit Fragen der Lebensqualität. Im Beteiligungsprozess wurden unter anderem Verkehr, Wohnraumpreise und saisonale Belastungen angesprochen.
Ist Tourismus ein offizieller persönlicher Wahlschwerpunkt von Stefanie Drese?
Nein. Das Thema wird aufgrund der Struktur ihres Wahlkreises als regionale Frage an sie formuliert.
Warum gehören ländliche Gemeinden in dieselbe Diskussion?
Weil Mobilität, Arbeitsmarkt, Gesundheitsversorgung und regionale Infrastruktur Gemeindegrenzen überschreiten und Küste und Hinterland miteinander verbinden.
Offizielle Quellen
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